Im Rahmen des Projekts ScanExpress setzt MTU Aero Engines auf das HP-FX System von 3D.aero, um Oberflächendefekte an Triebwerksteilen direkt im Shopfloor präzise dreidimensional zu erfassen. Ziel war es, Inspektionsprozesse deutlich zu beschleunigen und gleichzeitig die Qualität der Befundung zu verbessern.
In der Triebwerksinstandhaltung müssen täglich zahlreiche Oberflächenanomalien bewertet werden. Wurden potenzielle Schäden festgestellt, erfolgte die Analyse bisher häufig über manuelle Abdrücke, die anschließend im Labor mikroskopisch untersucht wurden. Dieser Prozess war zeitintensiv und führte zu Verzögerungen von mehreren Tagen im Instandhaltungsablauf.
Gesucht wurde ein Messverfahren, das kleinste Defekte zuverlässig erfasst, einfach zu bedienen ist und ohne Laborauswertung direkt im Shopfloor eingesetzt werden kann. Gleichzeitig sollte die Lösung reproduzierbare Ergebnisse liefern und sich nahtlos in bestehende Abläufe integrieren lassen.
Das HP-FX ist ein robotergestütztes 3D-Messsystem auf Basis der Weißlichtinterferometrie. Die Technologie ermöglicht die µm-genaue Vermessung von Oberflächen und die Erzeugung hochauflösender 3D-Datensätze aus realen Bauteilgeometrien.
Bei der Messung überlagert sich das von der Bauteiloberfläche reflektierte Licht mit dem Licht eines Referenzspiegels. Aus diesen Interferenzeffekten entsteht eine digitale Punktwolke, die die reale Oberfläche exakt abbildet.
Ein entscheidender Vorteil für die Triebwerksinstandhaltung ist die Unempfindlichkeit gegenüber reflektierenden Materialien, wie sie bei metallischen Oberflächen häufig auftreten.
Das HP-FX kann manuell als kollaborativer Roboter geführt oder automatisiert betrieben werden. Dadurch lassen sich auch größere Bauteile flexibel vermessen, unabhängig von festen Messstationen.
Die integrierte Software übernimmt die Messausführung, bestimmt Referenzflächen automatisch und ermöglicht eine direkte Auswertung und Dokumentation der Ergebnisse.
Durch den Einsatz von HP-FX werden Oberflächendefekte ab einer Tiefe von 20 µm direkt im Shopfloor erfasst. Die Inspektionszeit reduziert sich erheblich, während gleichzeitig aussagekräftige 3D-Daten für die Befundung zur Verfügung stehen.
Im Rahmen der Systemzulassung wurde das HP-FX messtechnisch validiert und für den konkreten Anwendungsfall freigegeben. Damit ist sichergestellt, dass das System zuverlässige und reproduzierbare Ergebnisse liefert.
Der Use Case zeigt, wie HP-FX Inspektionsprozesse beschleunigt, die Dokumentationsqualität verbessert und eine präzise Entscheidungsgrundlage für die Triebwerksinstandhaltung schafft, mit Potenzial für einen standortübergreifenden Einsatz.